Fassmer-Werft Besichtigung SK 29Frage:Am nächsten Sonntag, 29.6., von 11 - 16 Uhr ist auf der Fassmer-Werft Tag der offenen Tür mit Besichtigung des neuen Seenotkreuzers. Der hat in den letzten Tagen schon eifrig Vor- und Rückwärtsfahren geübt :wink: ! Um 10 Uhr ist eine Sonderführung mit dem Vormann des Rettungskreuzers für unsere Crews, da kann ich wahrscheinlich noch eine Person mitnehmen. :bf: Anneke Antwort: Ja, heute war es also soweit. Der Tag der offenen Tür bei Fassmer begann ja offiziell um 11 Uhr. Für unseren Verein hatte aber jemand Sonderkonditionen ausgehandelt, so daß wir schon um 10 Uhr aufs Werftgelände konnten und dann am Rettungskreuzer Sk 29 Hermann Marwede vom Pressesprecher der DGZrS, Andreas Lubkowitz, empfangen wurden. Hermann Marwede (1878-1959) war rund 50 Jahre lang persönlich haftender Gesellschafter der Brauerei Beck und Co, seine Tochter Verena Grobien, geborene Marwede, ist die Namensgeberin des Tochterbootes. Deren Sohn Michael Grobien ist stellvertretender Vorsitzender der DGzRS, getauft wurden die Schiffe von einer Enkelin und einer Urenkelin von Hermann Marwede, und die Bremer Familien Grobien und Gruner haben durch großzügige Spenden einen großen Teil des neuen Rettungskreuzers finanziert. Herr Lubkowitz führte uns als Gruppe von 16 Personen zusammen mit dem Vormann Jörg Rabe und dem Maschinisten über das neue Schiff. Die Daten und Abmessungen brauche ich hier ja nicht zu wiederholen, Ihr kennt sie alle oder könnt auf der Website der DGZrS nachgucken, ich habe auch noch eine Pressemappe bekommen, falls jemand noch mehr Infos möchte. Zunächst kamen wir in einen großen Raum mittschiffs, der als Schulungsraum oder auch als Aufenthaltsraum für externes Einsatzpersonal genutzt werden kann. An der Seite befand sich das Bordhospital, das eine Ausstattung wie ein normaler Notarztwagen an Land hat. Dann ging es auf die Brücke, natürlich hochmodern mit zwei Fahrtständen zum Bug sowie zwei Außenfahrständen in den Nocken, einem Einsatzstand zum Heck für die dortige Koordination, die Funkstation und die Kartenarbeit, falls notwendig. Das ganze Schif ist videoüberwacht, genau wie im Supermarkt hängen an den Decken in fast allen Räumen Kameras. Von der Brücke tauchten wir dann ab in den Maschinenraum, wo der Maschinist interessante Einzelheiten erläuterte. Unten glänzte alles in Alu, es waren noch keine Ölspuren oder extremer Dieselgestank zu spüren, obwohl das Schiff gestern schon nach Helgoland war. Dann ging es wieder hoch und in einen anderen Keller achtern, in dem zwei Türen einen halben Meter über der Wasserlinie sind. Sie dienen dazu, Leute aus Rettungsinseln oder ähnlichem abzubergen, die vom Tochterboot "angeliefert" werden oder selbst herankommen können. Diesen Raum gibt es auf beiden Seiten des Schiffes, so daß praktisch in Wasserlinienhöhe Personen übernommen werden können. Wieder an Deck, besichtigten wir mittschiffs das Tochterboot, das noch den Taufkranz um den Bug trug. Dann ging es nach oben aufs Hubschrauberarbeitsdeck. Auf dem Schiff selbst kann der Hubschrauber nicht arbeiten, er hält sich im Falle des Falles in der Luft über diesem Deck und kann dann Personen oder Dinge auf- und abwinschen. Barfuß sollte man hier aber nicht laufen, es ist kein festes Deck sondern besteht aus den allseits so beliebten Gitterrosten, durch die man dann auch schön nach unten gucken kann. Herr Lubkowitz gab uns in der ganzen Zeit viele Informationen zum Schiff und zur DGZrS. Unter anderem erzählte er, daß der Eigner der vor einer Woche bei der DCNAC gesunkenen Bremer Yacht schon am Freitag in der Leitzentrale auftauchte, sich für die professionelle Rettung bedankte (wenn ich das richtig verstanden habe sind die Leute schon zwei Stunden nach NOtrufsendung aufgefischt worden) und alle zu erwartenden Honorare als Spende in Aussicht stellte. Übrigens erscheint im Herbst, genauer am 31. Oktober, ein Buch zum Schiff mit 96 Seiten, zum Preis von 14,90 TEuros. Als wir nach einer Stunde den Rettungskreuzer wieder verließen und die offizielle Besichtigungszeit losging, stand vor dem Kreuzer schon eine 30 m lange Schlange von Wartenden, gegen Mittag die Schlange doppelt so lang - Glück gehabt ! Außer dem Rettungskreuzer konnte man die meisten Hallen der Werft besichtigen, in einer stand das Küstenwachboot Glückstadt samt Tochterboot, (grün = Zollmops?). In einer anderen Halle konnte man die Landungs-/Rettungsboote der Carribean Sea in sämtlichen Stufen des Ausbaus sehen - 15 Stationen von leerer Schale bis fertigem Boot, war schon interessant, außerdem die Freifall-Rettungsboote in diversen Stadien des Ausbaus. In einer anderen Halle wurden Hochdächer für Wohnmobile gefertigt und irgendwo auch noch Teile für Windkraftanlagen - alles aus GFK und ein entsprechender Geruch hing dann auch leicht in den Hallen. Irgendwo stand auch ein altes offenes Rettungs-/Beiboot der Maxim Gorki rum - gibts das Schiff eigentlich noch? Als ich dann mittags nach Hause fuhr, kam ich mit dem Rad kaum durch - die Straße zur Werft sowie der Ort und sämtliche Straßen zu beide Weserseiten waren rettungslos dicht, also hat so eine Werft doch immer noch eine gewaltige Anziehungskraft. :bf: Anneke Antwort: ... Unten glänzte alles in Alu, es waren noch keine Ölspuren oder extremer Dieselgestank zu spüren, obwohl das Schiff gestern schon nach Helgoland war. ... |
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