Zapfpistole Funktion?

Frage:
Hallo,

grad habe ich zufällig nochmal den Trööt "Boot auftanken an der Tankstelle verboten?" gesehen.
Kann mir jemand bitte mal erklären, wie der automatische Stopp bei der Zapfpistole eigentlich funktioniert?

Gruß

Mario
Antwort:

oder regelmäßig auch nicht. Jedesmal besudel ich das Boot.....

sava
Antwort:

Habt Ihr kein Wikipedia ??? :-?
Eine Zapfsäule ist ein Teil einer Tankstelle, mit der der Kraftstoff (Benzin, Diesel) in das entsprechende Fahrzeug eingefüllt wird. Das Zapfventil – umgangssprachlich Zapfpistole genannt – ist über einen Schlauch mit der Zapfsäule verbunden. Über das Zapfventil wird der Kraftstoff in den Tank des Kraftfahrzeuges gefüllt. In der Regel besitzen Zapfventile eine Abschaltautomatik, die den Kraftstoffzufluss einstellt, sobald der höchste Pegel im Tank erreicht ist, so dass der Tank des Fahrzeugs nicht überfließt.

Diese Abschaltautomatik funktioniert folgendermaßen: Jede Zapfpistole hat im Austritt ein kleines Loch (Röhrchen). Dort wird die Umgebungsluft von einer Venturi-Düse im Strom des Kraftstoffs innerhalb der Pistole angesaugt. Kommt an dieses Loch Kraftstoff (manchmal reichen schon Spritzer oder Schaum), ändert sich der Unterdruck im Röhrchen und schließt die Klappe des Hauptventils. Durch den plötzlichen Druckanstieg davor wird die Pumpe abgeschaltet.
Bis Ende der siebziger Jahre wurden ausschließlich Säulen mit mechanischem Rechenwerk verwendet. (1978 wurde der erste elektronische Preisrechner für Zapfsäulen in Deutschland entwickelt), danach verschwanden nach und nach die Zapfsäulen mit mechanischen Zählwerken an den Tankstellen und wurden durch elektronische ersetzt. Ebenso wurden die meisten Zapfsäulen, an denen mit zwei Schläuchen maximal zwei verschiedene Produkte getankt werden konnten, mittlerweile durch sog. MPDs (Abkürzung für: Multiple Product Dispensers) ersetzt. An diesen Zapfsäulen können bis zu 5 verschiedene Kraftstoffe je Zapfsäulenseite abgegeben werden. Zudem gibt es an vielen Tankstellen Hochleistungszapfsäulen, die speziell für die Betankung von LKW konzipiert sind. Da sie eine Förderleistung von bis zu 130 l/min (entgegen rund 35 l/min bei PKW-Säulen) aufweisen, sind sie mit Zapfventilen ausgestattet, die einen wesentlich größeren Durchmesser als PKW-Zapfventile haben. Dies dient einerseits der schnelleren Förderung, andererseits können sie so schwerer mit PKW-Zapfventilen verwechselt werden, da sie nicht in PKW-Einfüllstutzen passen.

Die Messung der Durchflussmenge innerhalb der Zapfsäule erfolgt über sogenannte Kolbenmesser. Der durch eine Saugpumpe (innerhalb der Zapfsäule) oder Druckpumpe (außerhalb der Zapfsäule) hervorgerufene Fließdruck bewegt 2-4 Kolben im Kolbenmesser, die eine gemeinsame Welle antreiben. Somit ist die Rotation der Welle ein Maß für die Durchflussmenge. An diese Welle ist entweder ein mechanisches Rechenwerk oder (bei modernen Zapfsäulen) ein elektronischer Impulsgeber angeflanscht, der die Drehbewegung der Welle in für die Elektronik zählbare Impulse umsetzt.

In der Zeit der Umstellung von verbleitem auf bleifreies Benzin wurde der Durchmesser der Zapfventile verringert, um ein irrtümliches Betanken mit verbleitem Benzin zu verhindern.

Moderne Tankstellen benutzen Zapfsäulen und Zapfventile mit einer Gasrückführung zur Absaugung des zu Gas verflüchtigten Kraftstoffes. Dadurch werden gesundheits- und umweltgefährdende Benzoldämpfe weitgehend aufgesaugt. In Deutschland ist aufgrund der Verordnung zur Begrenzung der Kohlenwasserstoffemissionen bei der Betankung von Kraftfahrzeugen (21.BlmSchV) seit dem 1. April 2003 bei neu gebauten Tankstellen Vorschrift, dass die ordnungsgemäße Funktion der Gasrückführung automatisch überwacht wird (Gasrückführungsüberwachung). Im Falle einer Störung der Gasrückführung muss die Zapfsäule binnen 72 Stunden instandgesetzt werden, andernfalls wird die weitere Abgabe von Ottokraftstoffen an dieser Zapfsäule durch technische Maßnahmen automatisch unterbunden.

Eine Zapfsäule enthält darüber hinaus eine Anzeige zur Mengen- und Preiskontrolle des eingefüllten Kraftstoffes. Außerdem sind Informationen zur Oktanzahl (siehe Klopffestigkeit) und diverse Sicherheitsbestimmungen die Regel.

Bei Selbstbedienungstankstellen werden die Tankdaten (Zapfpunktnummer, getanktes Produkt, abgegebene Menge, Grundpreis je Liter sowie zu zahlender Betrag) auch an eine oder mehrere Kassen im Shop übertragen. Seit einigen Jahren werden auch in Zapfsäulen geldautomatenähnliche Terminals eingebaut, an denen man den Kraftstoff direkt mit einer Kreditkarte bezahlen kann.